Angefangen hatte alles 1989 mit dem EM-Qualifikationsturnier in Friedrichshafen – als ihn sein Nachbar fragte, ob er nicht das israelische Team betreuen könnte. Damals wurde „Wunni“ Wösle vom Volleyballvirus infiziert, der ihn bis heute nicht losgelassen hat.
Als noch im selben Jahr die Bundesligaabteilung gegründet wurde, war Wunibald Wösle als Mitglied und Helfer dabei. Schon bald übernahm er Zug um Zug die Organisation rund um das Bundesligateam und begleitete die Mannschaft als Teammanager. Kaum vorstellbar, dass neben seiner vierköpfigen Familie und seinem Beruf als leitender Ingenieur solch ein zeitaufwändiges Engagement möglich war.
Als mit der Gründung der VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH – und hauptamtlichen Mitarbeitern – 2001 Ressourcen frei wurden, engagierte sich Wösle verstärkt im Amateurbereich. 2006 als stellvertretender Abteilungsleiter gewählt, übernahm er von 2014 bis 2018 die Leitung der Abteilung. Parallel dazu brachte Wunibald Wösle von 2007 bis 2021 seine Erfahrung und sein Know-how als Beiratsvorsitzender in die Volleyball GmbH ein. Dabei legte er viel Wert auf ein harmonisches Miteinander der „Volleyballfamilie“ bestehend aus Amateurabteilung, GmbH und Bundesstützpunkt.
Gleichzeitig brachte sich Wösle in den Hauptverein mit seinen 22 Abteilungen ein. Ab 2006 Präsidiumsmitglied, wählten ihn die Delegierten 2014 zum VfB-Präsidenten. Ein Amt, das „Wunni“ bis zu seinem Rücktritt 2020 bekleidete. Seitdem ist Wunibald Wösle zwar ohne Ämter, jedoch immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird.
Die Auszeichnung der Stadt Friedrichshafen nahm der 72-Jährige mit großer Dankbarkeit entgegen. „Der Sport hat mich geprägt und mir viel gegeben – Werte wie Fairness, Teamgeist und Durchhaltevermögen“, sagte er in seiner Dankesrede. „Deshalb war es mir immer ein Anliegen, etwas zurückzugeben, junge Menschen zu fördern, Gemeinschaft zu stärken und den Sport in unserer Stadt lebendig zu halten.“ Er forderte die Gäste der Sportlerehrung auf, sich in ihren Vereinen zu engagieren, auch als Führungskräfte. „Es gibt nichts Schöneres, als wenn Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene erfolgreich von Wettkämpfen zurückkehren. Das Leuchten in ihren Augen und den Stolz werde ich nie vergessen.“ Ehrenamt im Verein sei keine Einzelleistung, sondern ein Zusammenspiel vieler engagierter Menschen.
„Den Sportehrenbrief hat sich Wunni Wösle mehr als verdient“, findet Werner Feiri, Wösles Nachfolger als Volleyballabteilungsleiter. „Er ist immer darauf bedacht, sein Know-how weiterzugeben und uns darüber hinaus tatkräftig zu unterstützen“, sagt Feiri.
Jochen Benz, Präsident VfB Friedrichshafen: “Wir freuen uns für und mit Wunibald Wösle für diese vollkommen verdiente Auszeichnung. Zugleich können wir uns froh und glücklich schätzen, so eine für den Verein, den Sport und die Stadt Friedrichshafen verdiente Person wie Wunibald Wösle in unseren Reihen beim VfB haben zu dürfen. Wie sehr wir die Verdienste von Wunni schätzen, haben wir seitens des VfB unter anderem mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft und bei unserer ersten abteilungsübergreifenden VfB-Sportlerehrung im September 2024 zum Ausdruck gebracht. Wunibald Wösle ist der erste Willy-Kaldenbach-Preisträger - eine Auszeichnung für herausragende ehrenamtliche Verdienste für den VfB.”
Wunibald Wösles Vereinsvita
- 2006 - 2013 stv. Abteilungsleiter Volleyball
- 2014 - 2018 Abteilungsleiter Volleyball
- 2006 - 2014 Präsidiumsmitglied im VfB FN
- 2014 - 2020 Präsident VfB FN
- 2007-2021 Beiratsvorsitzender VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH
Wunibald Wösle (rechts) im Kreise seiner VfBler anlässlich der erstmaligen VfB-Sportlerehrung im September 2024 (Bildnachweis: VfB Friedrichshafen) | Wunibald Wösle (links) mit Simon Blümcke, Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen, bei der Sportlerehrung der Stadt Friedrichshafen am 4. April 2025. (Fotonachwies Alex Roth). | Bericht: Gunthild Schulte-Hoppe

