Haben Sie selbst noch Zeit, um zumindest gelegentlich Sport zu treiben?
Neben Beruf, Familie und meinem Hobby VfB bleibt tatsächlich nicht mehr so viel Zeit für aktiven Sport übrig. Wenn immer möglich versuche ich bei verschiedenen Sportveranstaltungen speziell von Kindern und Jugendlichen dabei zu sein. Als ehemaliger Volleyballler besuche ich gerne auch die Spiele unserer Profi-Volleyballer in der Spacetech Arena.
Was sagt Ihr Arbeitgeber zu Ihrem Ehrenamt?
Mein Arbeitgeber steht generell dem Ehrenamt sehr positiv gegenüber und begrüßt dies auch ausdrücklich, wenn wir uns neben dem Beruf für die Gemeinschaft engagieren. Ich trenne aber Beruf und Ehrenamt streng. Wenn ich mal tagsüber einen wichtigen Termin für den VfB habe, ist das möglich, aber meine Projekte müssen laufen, da gibt es keine Abstriche oder Ehrenamtsbonus.
Welche Ziele haben Sie für den Verein?
Zuallererst sind die finanziellen und wirtschaftlichen Ziele zu nennen. Gesunde Finanzen sind die Basis für alles. Wir möchten den Investitionsstau - beispielsweise für unser Vereinsheim und die Sportanlagen an unserem Hauptstandort in der Teuringer Straße – abbauen. Zur Verbesserung der Einnahmensituation sind wir dabei, weitere Partner und Sponsoren zu finden. Wir müssen aber auch verstärkt daran arbeiten, selbst Einnahmen zu generieren - beispielsweise durch das Veranstalten von Großevents - oder unsere Kosten zu reduzieren, indem wir wo immer möglich versuchen, Synergien zwischen unseren Abteilungen und Sportarten zu schaffen. Ein Großprojekt hier ist die Einführung einer einheitlichen Vereinssoftware.
Dann gibt es noch die organisatorischen Ziele. Wir möchten uns so aufstellen, dass die vereinsinternen Abläufe verbessert werden, um uns weniger auf die Administration, sondern verstärkt auf die Entwicklung der Sportarten konzentrieren zu können. Dafür schauen wir uns auch andere Vereine innerhalb und außerhalb Baden-Württembergs an, um evtl. unsere Prozesse und Strukturen zu ändern bzw. anzupassen und weiter zu professionalisieren.
Zu guter Letzt die sportlichen Ziele: Wir wollen neben unserem Herzstück, dem Breitensport. den Leistungssport ausbauen. Hier haben wir insbesondere in der Leichtathletik große Potenziale. Ebenso behalten wir die Hobbysportler im Blick. So haben wir ganz aktuell eine neue, unsere 24. Abteilung Freizeit und Gesundheit gegründet und haben da so einiges vor.
Was sind Ihre bisherigen wichtigsten Erfolge?
Für mich persönlich die Gründung der Abteilung Freizeit und Gesundheit, mit dem Ziel, Menschen, die unter Bewegungsmangel und sozialer Isolation leiden, ein Angebot für sportliche Aktivitäten zu geben und insbesondere die Gemeinschaft zu fördern. Bisher haben wir Folkloretänze und Gymnastik im Angebot. Dieses soll sukzessive ausgebaut werden. Stolz sind wir auch auf die Stärkung unserer Geschäftsstelle: Personell, aber insbesondere auch wegen der Übertragung von mehr Entscheidungsbefugnissen vom Ehrenamt auf das Hauptamt. Wir sind weitere Kooperationen eingegangen: Die DHBW, den Campus Friedrichshafen, haben wir in den Hochschulsport aufgenommen, mit der Polizei sind wir offizieller Koopperationspartner zu „Mehr Zivilcourage“, von Ratiopharm Ulm sind wir der erste überregionaler Kooperationspartner im Junioren-Basketball. Die Neuausrichtung unserer Kindersportschule KiSS mit einem neuen Teamleiter trägt erste vielversprechende Früchte. In der Infrastruktur haben wir die Stadionbeleuchtung auf LED umgestellt und nach anfänglichen Schwierigkeiten erzielen wir auch mit unseren neu angeschaffenen Mährobotern Verbesserungen bei der Rasenpflege. Und letztendlich die Erhöhung der Mitgliederzahlen auf nun über 4.000. Dieses Ziel hatten wir uns ursprünglich für Ende 2025 vorgenommen.
Fortsetzung (Teil 2) dann in Südfinder-Ausgabe vom 1. März.
