Fast 100 Jahre Fussball in Friedrichshafen

A uf eine fast 100-jährige Geschichte kann die Fußball-Abteilung des VfB Friedrichshafen zurück blicken. 1909 als erster Fußball-Club Friedrichshafens gegründet, spielten die damaligen Kicker noch in den Vereinsfarben grün-weiß. Zwei Jahre später wurde der FC schon „geadelt": Beim Königsspiel spendete König Wilhelm II Beifall. 1912 trat die Mannschaft dann erstmals zu Verbandsspielen gegen Vereine aus Konstanz, Laupheim oder Biberach an.

Fußball 1910
Fußball im Jahr 1910. Die allererste FC Mannschaft in Friedrichshafen

Zehn Jahre nach der Gründung standen die FC-Kicker erstmals in blau-weiß auf dem Platz - jenen Vereinsfarben, die heute noch aktuell sind. Aus dem Fußball-Club wurde der „Verein für Bewegungsspiele Friedrichshafen" (VfB), um die Handballer und Leichtathleten der Stadt in den Verein zu integrieren. Damals hatte der Verein rund 300 Mitglieder. Und eine zweite Weiche wurde 1919 gestellt: Der Sportplatz im Zeppelindorf wurde dank einer großzügigen Spende von 20 000 Reichsmark durch die Zeppelin Wohlfahrt gebaut, womit der VfB eine eigene richtige Sportstätte erhielt.

Holztribüne
Holztribühne am Fußballplatz am heutigen Stadion

1925 bekam der VfB-Platz seine erste Tribüne, und in jenem Jahr stieg die 1. Mannschaft in die Kreisliga auf. Von da an ging es sportlich fast nur noch bergauf. 1931 wurde der VfB Vizemeister in der neu gegründeten Bodensee-Vorarlberg-Liga. Zwei Jahre später spielte der Verein bereits in der zweithöchsten Liga des Deutschen Fußballbundes und platzierte sich in der Bezirksliga Bodensee im Spitzenfeld, um zwei Jahre darauf schon die Meisterschaft zu feiern. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Liga nochmals neu eingeteilt. Auch wenn es für heutige Verhältnisse merkwürdig klingt: 1941 wurde der VfB Meister in der Bodensee-Vorarlberg-Kreisliga und setzte sich damals als erster oberschwäbischer Verein in den Aufstiegsspielen zur höchsten deutschen Spielklasse, der „Elite Württembergs", durch.

Nach dem Krieg wurde die Landesliga unter VfB-Beteiligung gegründet und stieg 1947 - allerdings unter dem Label „Sportgemeinde Friedrichshafen" - in die „Zonenliga" auf, wo auf Anhieb der Vizemeistertitel gelang. Hintergrund dessen war, dass die französische Besatzungsmacht in alle Städten mit weniger als 25 000 Einwohnern nur einen Verein zuließ, weshalb sich die Häfler Sportler in besagter Sportgemeinde zusammen schlossen. 1949 durften die VfB-Kicker wieder unter ihrem Vereinsnamen antreten.

Anfang der 50er Jahre wurden die deutschen Amateurligen gegründet. Der VfB trat in der württembergischen an und schaffte 1954 nach einer großartigen Saison den Titel. Bis 1959 war der VfB in dieser Liga immer vorn dabei, stieg dann aber in die 2. Amateurliga Oberschwaben ab. In den 60er Jahren wurde die Schwarzwald-Bodensee-Liga gegründet, in der Friedrichshafen bis zum Abstieg 1977 (nur zwei Saisons eine Liga drunter) antrat - nachdem die „Erste" beispielsweise 1968 nur knapp die Teilnehme an der Deutschen Amateurmeisterschaft verpasst hatte. 1978 qualifizierte sich der VfB zwar für die neu gegründete Oberliga Baden-Württemberg, stieg aber ein Jahr später aus dem „Oberhaus" wieder ab und spielte fortan in der Verbandsliga.

1983 wurde die neue Sporthalle samt Vereinsheim am Sportplatz eingeweiht. Rechtzeitig zum großen Jubiläum, denn 1984 feierte der VfB sein 75-jähriges Vereinsbestehen unter anderem mit einem Fußballspiel, das manchen heute noch gut in Erinnerung ist. Im Zeppelinstadion traten die Weltmeister von 1974 um Franz Beckenbauer gegen eine VfB-Auswahl an. Abteilungsleiter Maik Fodor etwa war damals ein blutjunger Kicker in der D-Jugend, der nicht nur als Balljunge auf dem Platz war, sondern - wie viele andere auch - als Autogrammjäger. Sportlich dagegen lief es in jenem Jahr nicht so rund. Der VfB wurde Letzter in der Verbandsliga und stieg ab in die Landesliga.

1986 wich die alte Holztribüne im Stadion einer neuen, die bis heute gut 4000 Zuschauern Platz bietet. 1994 schaffte die erste Mannschaft als Landesliga-Meister den Aufstieg in die Verbandsliga und richtete erstmals das deutsche Hallenmaster-Turnier aus. Das wurde im Jahr darauf jedoch zum wirtschaftlichen Misserfolg, was den Verein noch Jahre danach finanziell arg strapazierte. 1996 stieg der VfB nach zwei Saisons erneut ab. 1998 wurde das Zeppelinstadion komplett saniert und fit für die Zukunft gemacht. Ein Jahr später traten die ersten Damen beim VfB den Fußball. Das „weibliche" Intermezzo hatte allerdings nur bis 2002 Bestand. Aber: In dieser Saison wurde das erste Männerteam Landesliga-Meister und stieg erneut in die Verbandsliga auf - um jedoch nach nur einer Saison wieder abzusteigen. Am Ende fehlte nur ein Tor für den Ligaerhalt! Seitdem spielt die erste Mannschaft in der Landesliga und das Team wir kontinuierlich durch eigene Nachwuchsspieler verstärkt.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war sicherlich die Auswahl von Friedrichshafen durch die FIFA zum Mannschaftsquartier WM 2006. Die Iranische Nationalmannschaft, u.a. mit A. Karimi, M. Madavikia und Ali Daei waren drei Wochen Gäste im Zeppelinstadion. Höhepunkt war ein Freundschaftsspiel zwischen den iranischen Top-Kickern und einer Bodensee-Auswahl, das vor 5000 begeisterten Zuschauern im Zeppelinstadion Friedrichshafen statt fand.

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